Qi-Formen

Qing-(klares)Qi

  • ist klares Qi des Himmels, das bei der Atmung mit der Lunge aufgenommen wird

Yuan-(Ursprungs-)Qi

  • wird auch als Vorhimmels-Qi bezeichnet
    ist als die aktivierte Form des Jing-(Essenz-) Qi anzusehen
  • hat dynamisch Kraft, um die Funktion aller Organe und Strukturen anzustoßen und am Laufen zu halten
  • zirkuliert in den Leitbahnen
  • verbreitet sich mit Hilfe des San Jiao im ganzen Körper
  • kann direkt an den Yuan-Punkten (z.B. Dü 7, Le 3 oder Lu 9) beeinflusst werden

Zong-(Sammel-)Qi

  • setzt sich zusammen aus Qing-(klarem) Qi + Gu-(Nahrungs-) Qi
  • verleiht dem Blut und Qi seine pulsierende Kraft (den Rhythmus)
  • kontrolliert den Pulsschlag und die Atmung
  • zirkuliert selber nicht, sondern sammelt sich hinter Ren 17 in der Thoraxmitte
  • sorgt für gleichmäßigen Herzschlag und gute Atmung
  • unterstützt Respiration und Stimmfunktion (Lautstärke)
  • hilft Herz und Lunge bei der Verteilung von Qi und Blut

Jing Wei und Gu-(Nahrungs-)Qi

  • entsteht aus der Nahrung, steigt nach oben zum oberen Jiao und bildet als Grundlage zusammen mit dem Qing-(klarem) Qi das Nachhimmels- (nachgeburtliche) Qi und Ying-Qi (Nähr-Qi)
  • Gu-Qi + Qing-Qi + Yuan-Qi bilden zusammen das Zong-(Sammel-)Qi
  • ist Grundlage für die im Herzen stattfindende Blutbildung
  • kommt das Herz-Feuer hinzu, entsteht die rote Farbe des Blutes und somit der Aspekt des Geist-Shen

Ying-(Nähr-)Qi

  • wird aus den dichteren Anteilen der Nahrungsessenzen erzeugt
  • nährt den gesamten Körper und dessen Bausubstanz (daher auch Bau-Qi genannt)
  • wirkt ständig aufbauend
  • wird sowohl als eine Funktion des Blutes (Xue) als auch als Blutbildungsfaktor angesehen
  • sammelt sich in der Mitte und gelangt über das Blut zu den Extremitäten
  • zirkuliert mehr innen – im Gegensatz zum Wei-Qi
  • zirkuliert innerhalb der Jing Mai (12 Hauptmeridiane), Luo Mai, Sun Luo, Jing Bie, außerordentlichen Gefäßen, Blutgefäßen (sekundären Leitbahnen)

Wei-(Abwehr-)Qi

  • wird aus den stärker ätherischen Anteilen der Nahrung erzeugt (nach Frühauf, 2006) andere meinen, es sei ein Aspekt des Mingmen und besitzt dadurch erbliche und konstitutionelle Komponenten
  • bewegt sich schnell und dynamisch durch den Körper
  • wird ständig mit Essenz aus Gu-Qi ergänzt
  • zirkuliert mehr außen – im Gegensatz zum Ying-Qi
  • fließt außerhalb der Mai (Leitbahnen und Gefäße) aber z.T. mit ihrem Verlauf
  • bewegt sich zwischen Haut und Muskeln (im Cou Li – Zwischenraum und Gewebe)
  • verbindet oberflächliche Körperschichten mit inneren Organen
  • erwärmt das Fleisch, erfüllt die Haut, macht die Poren fett und kräftig, öffnet und schließt die Poren (nach dem Huang Di Bei Jing Ling Shu)
  • schützt den Körper auf Ebenen von Haut, Faszien, Muskeln
  • regelt die Schweißsekretion und die Körpertemperatur
  • Basisabwehr gegen äußere Pathogene – kann wie die Immunabwehr betrachtet werden

Meridian-Jing-Qi

  • zirkuliert in den Meridianen
  • entspricht den Meridianfunktionen und den in den Meridianen fließenden Nährstoffen Jing-Qi und Mai-Qi (das Qi „innerhalb der Gefäße“)

Organ-Zang-Qi

  • das Organ-Zang-Qi ist das in den Zang-Fu-Organen generierte Qi, das in den Leitbahnen zur Wirkung kommt

Zirkulation des Wei-Qi

Die 1. Zirkulation des Ying-Qi

  • läuft durch die 12 Hauptleitbahnen bzw. Meridiane
  • ein Zirkulationsumlauf beginnt im Lungen-Meridian und endet beim Leber-Meridian, der wiederum in den Lungen-Meridian einfließt und so den Kreis schließt
  • die Verteilung bzw. Einspeisung des Ying-Qi durch bzw. in den Körper geht letztlich vom mittleren Jiao aus
  • nach manchen Klassikern wird das Nahrungs-Gu-Qi aus der Nahrung erst in der Lunge zu Nähr-Ying-Qi transformiert und nicht schon im mittleren Jiao
  • da der innere Verlauf des Lungen-Meridians auf der Ebene des mittleren Jiao beginnt, widersprechen sich beide Aussagen prinzipiell nicht
  • der Kreislauf des Ying-Qi innerhalb der 12 Meridiane erfolgt in einem zirkadianen Rhythmus von 24 Stunden
  • dabei korrespondiert die alte, jeweils mit dem Namen eines „Erdzweiges“ bezeichnete chinesische Stunde mit 2 westlichen Stunden (erweiterte Organuhr)
  • diese bevorzugen jeweils einen speziellen Meridian, d.h. an zwei (westlichen) Stunden des Tages erhält jeder Meridian einen maximalen Energiedurchfluss, in der das jeweilige Meridian-Qi ansteigt und während der 2 nachfolgenden Stunden wieder abfällt
  • dabei sinkt es aber nie unter ein bestimmtes Niveau ab, d.h. die Meridiane werden kontinuierlich von einem gewissen Energieanteil durchflossen

Die 2. Zirkulation des Ying-Qi

  • nach dem Huang Di Nei Jing Ling Shu (Kap. 16) folgt das Ying-Qi nach dem Kreislauf durch die 12 Haupt-Meridiane einem tiefen Weg des Leber-Meridians, der von Le 14 aus fiber Lunge, dorsalen Halsanteil und die inneren Nasenöffnungen zu Du 20 (Baihui) zieht, dann dem Weg des Du Mai entlang des Rückens und des Ren Mai entlang der Medianlinie des Abdomens folgt
  • vermutlich auf der Höhe von Ren 22 (Tiantu) erreicht das Ying-Qi wieder den Lungen-Meridian, der auf der Ebene der Fossa supraclavicularis (in der Region von Ma 12) kreuzt
  • hier beginnt die erneute Zirkulation des Ying-Qi durch die 12 Haupt-Meridiane mit dem Anfang beim Lungen-Meridian

Die Zirkulation des Wei-Qi

  • hat Bezug zum Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Yin-Qi ist in der Morgendämmerung erschöpft
  • Yang-Qi ergießt sich von den Augen aus (Bl 1) -> Augen werden geöffnet
  • Wei-Qi steigt dabei von der Ferse über das Außerordentliche Gefäß „Yin Qiao Mai“ zum Auge (Bl 1), ergießt sich wie ein Wasserfall nach unten und überflutet den ganzen Körper -> folgt den 6 großen Yang-Leitbahnen
  • Wei-Qi bewegt sich dabei 25 x im Yang
  • Yang-Qi ist in der Abenddämmerung erschöpft
  • Wei-Qi bewegt sich ins Innere des Körpers
  • zirkuliert 25 x pro Tag im Yin
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