Zang-Fu-Funktionskreis

Lunge-Fei (Zang-Organ)

Funktionen:

• herrscht über das Qi
• kontrolliert die Atmung
• kontrolliert Leitbahnen und Gefässe (Mai)
• kontrolliert Verteilen und Absenken von Qi und Flüssigkeiten (Verteilen-Xuan Fu, Absenken-Qing Su)
• reguliert die oberen Wasserwege
• kontrolliert Haut (Pi) und Haar (Mao)
• öffnet sich zur Nase (Bi)
• kontrolliert das Nasensekret (Ti)
• Sitz der Körper-Po-Seele

Emotion:

• Trauer (Bei)

Pathogener Klimafaktor:

• Trockenheit (Zao)

In der TCM gehören nicht nur Atemluft, Licht und Nahrung zu den grundlegenden Kräften, die Leben überhaupt möglich machen. Sie dringen als Reize über die Oberfläche in den Körper ein. Auch soziale, zwischenmenschliche Bezüge, meteorologische Einflüsse etc. gehören zu diesen Reizen, mit denen das Individuum konfrontiert wird. Die Summe dieser

Einflüsse heisst in der chinesischen Medizin Tian Qi. Es trifft auf die Oberfläche, auf das junge Yin, den Funktionskreis der Lunge, der damit die Kontaktfläche zur Umwelt im weitesten Sinne ist. Wird die Oberfläche angegriffen, wird Wei Qi mobilisiert. Es zirkuliert direkt unter dieser Oberfläche.

Funktionen im Detail

1.) Beherrscht das Qi und die Atmung

Der Funktionskreis der Lunge ist der Funktionskreis, der den Kontakt zur Aussenwelt gewährleistet. Die zu überwindende Schranke ist kleiner als beim Funktionskreis der Milz. Entsprechend anfällig ist er für Irritationen. Ebenso leicht wie die Atemluft dringen pathogene Faktoren in den Körper ein. Diese Tatsache hat dem Funktionskreis der Lunge den Ruf eingebracht, ein zartes Gefäss zu sein.
Er nimmt reines Qi auf und scheidet unreines Qi aus. Er beherrscht damit das Qi des ganzen Körpers. Er ist das Respirationsorgan. Mit der Atmung wird das Qi ständig erneuert. Das unterstreicht die wichtige Rolle des Funktionskreises der Lunge. Das reine Qi aus der Atemluft (Da Qi) vermischt sich mit dem Gu Qi aus der Nahrung. So entsteht das Zong Qi. Diesen Vorgang lokalisiert die TCM anatomisch in der Brust. Deshalb wird dieser Bereich auch als oberes Meer des Qi bezeichnet. Diese Meere des Qi, je nach Schule sind es

zwei oder drei, spielen im QiGong eine ganz zentrale Rolle, da sie über bestimmte Übungen aktiviert werden können. Dadurch wird der Qi-Fluss normalisiert und die physiologischen Vorgänge werden von Behinderungen befreit. Es ist auch der Funktionskreis der Lunge, der das Wei Qi an die Oberfläche bringt, um die Attacken in erster Instanz abzuwehren. Dies bedeutet konkret eine Erhöhung der Abwehrkraft. Wenn der Funktionskreis der Lunge In Harmonie ist, ist die Abwehrkraft intakt.
Stärke, Tonfall und Klarheit der Stimme geben Auskunft über den Zustand des Funktionskreises der Lunge, der in der klassischen Literatur manchmal mit einer Glocke verglichen wird. Schwäche des Funktionskreises oder Schleim beeinträchtigen den Ton: die Stimme wird gedämpft oder rasselnd.

2.) Kontrolle von Verteilen und Absenken

Um später die pathologischen Erscheinungen im Funktionskreis der Lunge zu verstehen, ist dieser Zusammenhang sehr wichtig.
Der Funktionskreis der Lunge verteilt das Qi im ganzen Körper und ist damit für die Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen direkt verantwortlich. Diese Funktion ist direkt an den Atmungsprozess gekoppelt. Verteilt werden ausserdem die Säfte im ganzen Körper. Diese Verteilung geschieht auch in der Subcutis. Daher kommt die Relation zwischen dem Funktionskreis der Lunge und 

der Haut. Die Lunge hat als Organ eine riesige Oberfläche, auf der der Austausch von Sauerstoff geschieht. Dieser Zusammenhang ist den chinesischen Ärzten der Vergangenheit nicht entgangen. Dass die Lunge eine Art nach innen geklappte Haut und somit ein wichtiges Austausch und Ausscheidungsorgan ist, ist in den klassischen Texten erwähnt.
Es ist vor allem die Aufgabe des Wei Qi, diese gesamte Oberfläche von Irritationen freizuhalten. Pathogene Faktoren wie Kälte verlangsamen oder blockieren den Qi-Fluss, was zu den bekannten Symptomen etwa einer Erkältung führt.

Die Beziehungen des Funktionskreises der Lunge

1) Trauer als Gefühlsäusserung

Traurigkeit ist die Gefühlsregung des Funktionskreises der Lunge. Das heisst, dass Trauer den Funktionskreis schwächt, dass er aber auch, wenn er geschwächt ist, Traurigkeit hervorrufen kann. Traurigkeit blockiert das Zong Qi, ruft eine Enge der Brust hervor. Der Qi-Mangel, den die Traurigkeit hervorruft, äussert sich als Seufzen, Stöhnen, als Depression. Ein längerfristiger Mangel an Qi bedingt dann eine Störung im Xue-Haushalt, was sich dann bei Frauen in Periodenstörungen äussern kann. Letztlich aber behindert die Traurigkeit ganz einfach die Aufgabe des Funktionskreises der Lunge, die rhythmischen Impulse zu geben.

2.) Die entsprechende Körperflüssigkeit ist das Nasensekret

Da die Atemwege Bestandteil des Funktionskreises der Lunge sind, liegt die Zuordnung des Nasensekrets zum Funktionskreis der Lunge auf der Hand.
Damit hängt im weitesten Sinne auch zusammen, dass das Sekret des Funktionskreises der Lunge der Schleim ist. In den alten Texten heisst er deshalb „Gefäss des Schleims“. Schleim entsteht im 

Funktionskreis der Milz aus Feuchtigkeit, die nicht mehr getrocknet werden kann und damit eindickt. Von dort aus kann sich Schleim im ganzen Körper ausbreiten. Er belastet damit unter Umständen auch die Lunge. Als ein den Organismus extrem belastender Faktor muss Schleim ausgeleitet werden.

2.) Die entsprechende Körperflüssigkeit ist das Nasensekret

Da die Atemwege Bestandteil des Funktionskreises der Lunge sind, liegt die Zuordnung des Nasensekrets zum Funktionskreis der Lunge auf der Hand.
Damit hängt im weitesten Sinne auch zusammen, dass das Sekret des Funktionskreises der Lunge der Schleim ist. In den alten Texten heisst er deshalb „Gefäss des Schleims“. Schleim entsteht im 

Funktionskreis der Milz aus Feuchtigkeit, die nicht mehr getrocknet werden kann und damit eindickt. Von dort aus kann sich Schleim im ganzen Körper ausbreiten. Er belastet damit unter Umständen auch die Lunge. Als ein den Organismus extrem belastender Faktor muss Schleim ausgeleitet werden.

3.) Kontrolle von Haut und Haar

Der Funktionskreis der Lunge verteilt die Säfte auf der Oberfläche und nährt Haut und Haar. Damit ist der Glanz von Haut und Haar ein sicheres Zeichen für den Zustand des Funktionskreises der Lunge. Haut und Schleimhautprobleme sprechen immer für eine Beteiligung der Funktionskreis der Lunge. Insbesondere trockene, rauhe Haut weist darauf hin, dass die Nährung der Oberfläche nicht mehr optimal funktioniert. Dasselbe gilt für trockenes, strohiges Haar. Es ist allerdings nicht zwingend, dass die Therapie über den Funktionskreis der Lunge laufen muss.
Hierher gehört noch einmal die Versorgung der Oberfläche mit Wei Qi. Wenn diese Beziehung gestört ist, funktioniert das Öffnen und Schliessen der Poren nicht mehr. Es kommt zu profusen Schweissen und zu einer Wehrlosigkeit gegenüber banalen Attacken. Um die Bedeutung der Poren zu unterstreichen haben die Autoren der klassischen Texte sie Tore des Qi (Qi Men) genannt. Auch hier kann der Funktionskreis der Lunge nur das letzte Glied einer Kette sein und es mag sinnvoller sein, die Therapie an einer anderen Stelle zu beginnen.
Ist die Haut gut genährt, also der Funktionskreis intakt, ist eine vernünftige Reaktion auf Reize gewährleistet. Ist der 

Funktionskreis geschwächt, reagiert er übermässig auf geringste Reize. Allergien weisen somit ebenfalls auf eine Beteiligung des Funktionskreises der Lunge. Ist die Oberfläche gestört, sind soziale Kontakte erschwert. Das bedeutet entweder eine Ausgrenzung durch die Gesellschaft oder die Unfähigkeit soziale Kontakte zu pflegen. Ist die Oberfläche zu durchlässig, werden eigene Rhythmen von fremden überlagert. Das äussert sich dann in einem übertriebenen Mitleid. Das Helfersyndrom ist ein Ausdruck einer Unfähigkeit sich abzugrenzen. Andererseits ist ein Mensch mit intaktem Funktionskreis der Lunge gut rhythmisiert, ausgeglichen, harmonisch.
Wer keine Möglichkeit mehr hat, seine Oberfläche zu schützen und sich damit abzugrenzen, wird von seiner Umgebung erdrückt. Es gibt verschiedene Muster, auf diese Bedrohung zu reagieren, und oft treten mehrere mit oder nacheinander auf. So gehört etwa die enge Verknüpfung zwischen Ekzem und Asthma in diesen Zusammenhang.
Da QiGong-Übungen auch über die Lenkung des Atems laufen, ist es klar, dass mit ihnen eine besonders günstige Beeinflussung des Funktionskreises der Lunge möglich ist.

4.) Öffnung zur Nase

Dass die Nase als Körperöffnung zum Funktionskreis der Lunge gehört, ist nicht überraschend. Die Nase ist der Atmungskanal. Offene Atemwege und guter Geruchssinn weisen auf einen funktionierenden Funktionskreis der Lunge hin.

5.) Sitz der Po-Seele (Körperseele)

Die Po-Seele ist die Yin-Entsprechung der Hun-Seele. Sie ist der materiellste Anteil der Seele nach chinesischer Vorstellung. Es gibt sogar die Theorie, dass es die Po-Seele sei, die sich als Schmerz oder Jucken äussern. Obwohl im Funktionskreis der Lunge beheimatet, hat die Po-Seele einen engen Bezug zum Jing. Während ein kräftiges Jing letztlich die Gesundheit garantiert, ist die Po-Seele zuständig für klare Empfindungen. Im emotionalen Bereich hat der Funktionskreis der Lunge seine Entsprechung in der Introvertiertheit und der Trauer. Diese beiden Gemütsregungen beeinträchtigen in besonderem Masse die Po-Seele. Ganz direkt wird die Atmung beeinflusst, man denke etwa an die Kurzatmung des depressiven Patienten. Die 

Po-Seele, die sich viel stärker als alle anderen psychischen Komponenten körperlich äussert, kann gerade deshalb am leichtesten therapeutisch erreicht werden. Wir werden die klinische Bedeutung der Po-Seele etwa in der Akupunktur kennenlernen, da einzelne Punkte sie direkt in ihren Namen aufgenommen haben (Bl 42 Po Hu am Rande des Schulterblattes u.a.m.). Nach dem Tode kehrt die Po-Seele in die Erde zurück. Die optimale Ausrichtung der Po-Seelen war ursprünglich das Ziel der Feng-Shui-Meister. Deshalb waren sie primär besorgt, eine passende Stelle für das Grabmal zu finden.

Kondition

Gesunde Ernährung und gesunde Bewegung gehören zusammen. Ein regelmäßiger Spaziergang, Nordic Walking, QiGong, Tai Ji Quan oder Aikido sind neben Gartenarbeit geeignete Möglichkeiten, sich zu bewegen und zugleich zu entspannen, die Atmung zu regulieren und frisches Qi aufzunehmen.

Immunsystem

Schützen Sie sich vor Wind, Kälte und Nässe. Bevorzugen Sie energetisch warme Speisen und Getränke. Vermeiden Sie Rohkost oder schränken Sie deren Verzehr ein. Nahrungsmittel, die die Schleimbildung fördern, sollten Sie für eine gewisse Zeit drastisch reduzieren. Dazu zählen v.a. Käse, Milch und Milchprodukte.

Zuordnungen

Wandlungsreich: Metall
Himmelsrichtung: West
Geschmacksrichtung: scharf
Jahreszeit: Herbst
Umwandlung: Ernte
Tageszeit: Abend
Witterung: Trockenheit
Wandlungsphase: schwaches Yin
Zang-(Yin / Speicher-)Organ: Lunge
Fu-(Yang- / Hohl-)Organ: Dickdarm
Sinne: riechen
Sinnesorgan: Nase
Körpergewebe: Haut und Körperhaar
Emotion: Trauer
Körperflüssigkeit: Schleim
Lautäußerung: weinen

Organuhr

3 bis 5 Uhr – Lungenmeridian (Yin) – Metall
5 bis 7 Uhr – Dickdarmmeridian (Yang) – Metall

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