Die vitalen Substanzen

Körperflüssigkeiten-Jin-Ye

Jin-Ye ist ein zusammengesetzter Begriff für alle körperlichen Flüssigkeiten wie alle seine Sekrete, Inkrete und Exkrete. Es werden klare, dünnflüssige (Jin) von trüben, dickflüssigen Flüssigkeiten (Ye) unterschieden. Sie werden streng von „Wasser“ (Shui) als Ausdruck eines pathologischen Produktes gestörter Jin-Ye-Physiologie unterschieden.

Die Jin-Ye werden aus dem Nähr-Ying-Qi gebildet. Verteilung und Exkretion der Körperflüssigkeiten sind abhängig von der Milz (Bildung), Lunge (dominiert Qi-Verteilung und Herabführung, reguliert die Wasserpassagen), Niere (trennt „klare“ von „trüben“ Flüssigkeiten, schickt die „klaren“ zur Lunge hinauf und scheidet die „trüben“ über die Blase aus) und dem San Jiao als Wasserwegenetz.

Jin: Als Radikal bedeutet Jin Flüssigkeiten, aber auch Furt – etwas, das verbindet – oder Speichel bzw. Schweiß. Jin sind die dünnflüssigen, klaren, wässrigen, schnell fließenden Anteile der Körperflüssigkeiten, die auch als „aktive

Körpersäfte“ bezeichnet werden. Bsp: Tränen, Schweiß. Sie zirkulieren mit dem Abwehr-Wei-Qi, ernähren und befeuchten Haut, Muskulatur und die Organe. Die Jin-Flüssigkeiten folgen der Qi- und Blut-Zirkulation, helfen dabei, das Blut zu verdünnen und unterstützen es so beim geschmeidigen Fließen.

Ye: Die Ye sind die dickflüssigen, trüben Anteile der Körperflüssigkeiten. Sie sind „yinniger“ als die Jin und werden auch als die stofflichen, struktiven Körpersäfte bezeichnet. Sie zirkulieren mit dem Nähr-Ying-Qi, bewegen sich langsamer und befeuchten die inneren Organe, Gelenke, Marksubstanz und Sinnesorgane. Bsp: Pankreassekret, Gelenkflüssigkeit und Liquor. Die Ye werden in Richtung Knochen und Gelenke, Zang-Fu, Gehirn und Mark verteilt, wirken als befeuchtendes Gleitmittel und ergänzen die Essenz-Jing, v.a. in den tiefen Yin-Bereichen des Körpers wie z.B. in Mark und Gelenken.

Beziehung zwischen Qi, Blut-Xue und Körperflüssigkeiten-Jin Ye

Qi und Blut-Xue:

• Qi in Relation zu Xue ist Yang zu Yin
• Qi ist der Kommandeur bzw. Meister des Blut-Xue
• wenn sich das Qi bewegt, dann folgt das Xue
• Xue ist die Mutter des Qi, sein Ernährer und Träger
• das Abwehr-Wei-Qi als ein Aspekt des Qi wärmt und schützt den Körper
• das Nähr-Ying-Qi als ein Aspekt des Xue ernährt und befeuchtet den Körper
• Krankheiten entstehen, wenn Blut und Qi in Disharmonie geraten

Qi und Körperflüssigkeiten-Jin Ye:

• Qi verteilt die Körperflüssigkeiten (Jin Ye), die wie Blut dem Yin-Aspekt des Körpers angehören
• zugleich sind die Jin Ye Träger verschiedener Ausdrucksformen von Qi

Beispiel:
• mit dem Schweiß zirkuliert das Abwehr-Wei-Qi
• bei unkontrolliertem Schwitzen vermindert sich auch das Abwehr-Wei-Qi

Blut-Xue und Körperflüssigkeiten-Jin Ye:

• sie entspringen dem Nähr-Ying-Qi und sind in vielen Aspekten nicht voneinander zu trennen
• zum einen helfen die Jin Ye, das Blut zu verdünnen, zum anderen ernährt das Blut-Xue dieselben
• beide gehören dem Yin-Aspekt des Körpers an
• Mangel des einen führt auf Dauer zwingend zum Mangel des anderen

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