Einsatzmöglichkeiten der Schröpftherapie

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Gegen Schmerzen und steife Gelenke

Zu den nachgewiesenen Stärken der Schröpftherapie zählt sicherlich die Behandlung von Schmerzen, auch von chronischen Schmerzen, die bereits jahrelang vergeblich mit Medikamenten behandelt wurden. Besonders Nervenschmerzen, Gelenkentzündungen (z. B. durch Arthritis und Arthrose) sowie Spannungskopfschmerzen und Muskelschmerzen (z. B. Fibromyalgie) lassen sich durch Schröpfen wirksam behandeln. Für Migräne wurde die so genannte Schröpf-Streck-Therapie von Wilhelm Kannengießer entwickelt; sie hilft dauerhaft oft schon nach einer Sitzung. Die Schmerzlinderung durch das Schröpfen lässt sich auf vielerlei Weise erklären:

• Schröpfen entspannt die Muskeln, und Muskelverspannungen gelten bekanntlich als Faktor, der bei vielen Schmerzen die Rolle eines Verstärkers übernimmt

• Schröpfen fördert die Durchblutung und damit den Abtransport von schmerzauslösenden Stoffen – dieser Effekt kommt vor allem bei Muskelbeschwerden wie Zerrungen und Muskelkater zum Tragen

• Schröpfen lindert Schwellungen und Entzündungen – hiervon profitieren vor allem Rheumapatienten, deren geschwollene Gelenke sich nicht mehr vollständig bewegen lassen

Männer- und Frauenkrankheiten

Aufgrund ihrer entspannenden und krampflösenden Wirkung empfiehlt sich Schröpfen bei Menstruations- und Wechseljahrebeschwerden der Frau.

Bei Männern existieren zahlreiche Erfolgsberichte zu Potenzschwäche und gutartigen Prostatavergrößerungen, wobei allerdings spezielle Schröpfköpfe, so genannte Vakuumkondome, zum Einsatz kommen.

Einige Schröpftherapeuten vermuten, dass diese Effekte auch dadurch zustande kommen, das Schröpfen auf das Gleichgewicht der Geschlechtshormone wirkt.

Müdigkeit, Nervosität und Schlafstörungen

Zu den klassischen Einsatzgebieten der Schröpftherapie zählen ebenso Nervosität (vegetative Dystonie) und Schlafstörungen.

In beiden Fällen hilt das Schröpfen vor allem durch seinen Einfluss auf den Erholungsdrang im autonomen Nervensystem, dem Parasympathikus.

Bei Schlafstörungen zeigen sich die Erfolge mitunter sogar schon nach der ersten Schröpfsitzung.

Ein neueres Einsatzgebiet der Schröpftherapie ist hingegen die chronische Erschöpfung. Bei ihr gehen Wissenschaftler im Allgemeinen von einer umfassenden Schwächung des Immunsystems aus. Schröpfen als abwehrstärkende Reiztherapie kann hierbei sehr hilfreich sein.

Keine Selbstbehandlung bei Epilepsie und Depressionen

In der Fachliteratur finden sich einige Berichte zum Einsatz von Schröpfgeräten bei Epilepsie und Depressionen.

Vor einer Selbsttherapie in diesen Bereichen sei jedoch ausdrücklich gewarnt, da beide Krankheiten unbedingt in die Hand eines Arztes gehören. Darüber hinaus ist nicht gesichert, ob die geschilderten Erfolge durch die starke Zuwendung des Therapeuten bedingt sind, die der Patient beim Schröpfen erfährt. Es ist also ungeklärt, ob das Schröpfen selbst, oder aber die intensive Betreuung, die beim Schröpfen stattfindet, die Heilung ausgelöst hat.

Erkrankungen der Lunge und der Atemwege

Die Atemwege und die Lunge reagieren besonders positiv auf Vakuumbehandlungen. Schröpfen führt zu einer Entspannung der Bronchialmuskeln und wirkt schleimlösend. Dadurch eignet es sich zur Behandlung von:
• Asthma bronchiale
• Bronchitis
• Grippalen Infekten
• Hals- und Mandelinfektionen

Darüber hinaus empfehlen einige Therapeuten das Schröpfen auch zur Behandlung einer Lungenentzündung. Vor der Selbstbehandlung dieser Erkrankung, die heutzutage nach wie vor zu den häufigeren Todesursachen zählt, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

Erkrankungen im Magen- und Darmbereich

Ähnlich wie die glatten Muskeln der Atemwege, reagieren auch die Muskeln von Magen und Darm ausgesprochen positiv auf die Schröpftherapie. Sie eignet sich dadurch zur Behandlung von:
• Blähungen
• Magenschleimhautreizung
• Verstopfung, Völlegefühl
• Magen-Darm-Entzündungen

Erkrankungen von Gallen- und Harnwegen

Zu einem weiteren traditionellen Einsatzgebiet des Schröpfens zählen Erkankungen an den Gallen- und Harnwegen. Hier kommt der Schröpftherapie wiederum ihr entspannender Effekt auf die Muskeln der Harnleiter sowie ihre entzündungshemmende Wirkung zugute. Im Einzelnen hilft sie bei:
• Blasenentzündung
• Nierenkolik
• Harnwegsentzündung
• Gallensteinen
• Harnsteinen
• Gallenkolik

Bettlägerige Personen

Das Schröpfen ist eine ideale Therapieergänzung für Patienten, die durch ihre Krankheit für längere Zeit ans Bett gebunden sind. Es fördert die Durchblutung der Haut und schützt dadurch vor Wundliegen (Dekubitus). Besonders anfällig für Dekubitus sind Ohrmuscheln, Brustwirbelsäule, Schulterblätter, Ellbogen, Kreuzbein, äußerer Gesäßbereich (Trochanter), Knieinnenseiten, Knöchel und Fersen.
An diesen Stellen sollte mindestens zweimal, besser dreimal pro Woche für jeweils 5 bis 30 Minuten geschröpft werden.

Den Patienten nicht überfordern

Bei labilem Blutkreislauf empfiehlt es sich, nicht alle Bereiche in einer Anwendung zu bearbeiten, sondern sie auf zwei Einheiten aufzuteilen.
Auf diese Weise läuft man weniger Gefahr, dem Patienten zu viel zuzumuten. An einem Schröpftag sollten also zuerst die oberen Bereiche (Ohrmuscheln, Brustwirbelsäule, Schulterblätter und Ellbogen), am nächsten Schröpftag die unteren Bereiche (Kreuzbein, Trochanter, Knie und Füße) geschröpft werden. Bettlägerige Patienten müssen beim Schröpfen aber unbedingt sorgfältig beobachtet werden.
Bei eintretender Erschöpfung, starken Schmerzen oder gar Schwindel muss die Behandlung sofort unterbrochen werden!
Das Schröpfen am bettlägerigen Kranken ist also nichts für den Laien und Anfänger. Es sollte am besten von einem schröpferfahrenen Arzt oder Heilpraktiker durchgeführt werden.

Schutz vor Lungenentzündung und Embolien

Die Schröpftherapie schützt aber nicht nur vor Wundliegen, sondern auch vor Lungenentzündungen und Embolien, die ebenfalls zu den typischen Begleiterscheinungen der Bettlägerigkeit gehören.
Einige Naturärzte verzichten mittlerweile nach Operationen sogar auf den üblichen Antibiotikaschutz und wendet stattdessen lieber zur Abwehrstärkung die Schröpftherapie an.

Kosmetik

Nur wenige Menschen wissen, dass das Schröpfen auch einen starken kosmetischen Effekt besitzt. Die Vakuumtherapie verbessert die Durchblutung und Regeneration der Haut und befreit sie außerdem von Schadstoffen. So helfen Schröpfkopfmassagen beispielsweise gegen Zellulite. Bewährt hat sich das Schröpfen aber auch bei entzündlichen Hauterkrankungen sowie bei Akne.
Der wesentliche Vorteil besteht darin, das das Schröpfen über die Hautporen Keime, Eiter und andere problematische Stoffe herausziehen kann.
Gut geeignet ist das Schröpfen schließlich auch für Menschen mit blasser Haut. Regelmäßige Schröpfanwendungen, am besten in Form einer Massage, sorgen schon bald für einen rosigen, gut durchbluteten, gesunden Teint.

Schröpfbläschen weisen auf krankhaftes Gewebe hin

Nach kräftigem Schröpfen können sich mit Flüssigkeit gefüllte Hautbläschen bilden. Sie zeigen sich besonders bei Menschen mit empfindlicher Haut, sind jedoch kein Grund zur Sorge.
Das Ganze zeigt vielmehr an, dass der Organismus auf das Schröpfen reagiert und intensive Selbstheilungsmaßnahmen ergreift.

Die Bläschen wirken lokal wie ein körpereigenes Medikament und dürfen nicht aufgestochen werden!
Wenn sie von selbst zerplatzt sind, kann man sie zur Desinfektion mit etwas verdünntem Teebaumöl behandeln.

Gegenanzeigen

Auch wenn Schröpfen an sich keine Nebenwirkungen birgt, gibt es Fälle, in denen das Schröpfen völlig unterlassen werden sollte:
• bei sehr erschöpften Personen
• bei Patienten, die Blut verdünnende Mittel (z. B. Marcumar®) einnehmen – bei diesen Menschen kann das Schröpfen zu starken Blutungen führen (Schröpfen hat einen blutverdünnenden Effekt, und die Medikamentendosierung müsste entsprechend reduziert werden.)
• bei Patienten, die einen starken Blutverlust (z. B. nach Blutspenden) erlitten haben
• bei Patienten, die unter Einfluss von Alkohol oder anderen Rauschmitten stehen
• an akuten Verletzungen und frischen Operationswunden – der Zustand schlecht verheilter Narben kann allerdings durch das Schröpfen verbessert werden
• während der Regelblutung – Patientinnen mit Menstruationsbeschwerden sollten schon vor dem erwarteten Einsetzen der Blutung behandelt werden
• bei Patienten mit Herzschwäche und Herzschrittmachern – sie sollten nur mit wenigen Schröpfgläsern über eine kurze Zeit behandelt werden, um ihr Herz-Kreislauf-System nicht zu stark zu belasten – die Behandlung sollte in jedem Fall mit dem Art abgesprochen werden
• bei Schwangeren – hier sollte auf keinen Fall im Bereich von Bauch, Rücken und Oberschenkeln geschröpft werden
• bei Tuberkulose und Tumoren dürfen keine Schröpfköpfe auf jene Hautpartien gesetzt werden, die auf Organen liegen, die von diesen Erkrankungen betroffen sind