Die vitalen Substanzen

Blut-Xue

Blut-Xue wird (in Relation zum Qi) zum Yin des Körpers gezählt. Es wird mehr den materiellen, dichteren Flüssigkeiten des Körpers zugeordnet. So kann ein Blut-Mangel auch einen Yin-Mangel nach sich ziehen. Allerdings könnte Blut-Xue, wenn es einzig aus Yin (Materie) bestände, nicht fließen, denn Blut-Xue, das sich nicht bewegt, blockiert die Leitbahnen und Netzgefäße. Xue ist nicht gleichzusetzen mit dem Blut nach westlichem Verständnis. Zwar gibt es eine gewisse Nähe zum „Blut“ (bzw. auch ähnliche Funktionen), Xue und Blut sind jedoch nicht identisch. Das Xue wird aus verschiedenen Qi-Qualitäten erzeugt. Das Nahrungs-Gu-Qi trägt Feinststoffe aus Magen und Milz aufsteigend zum oberen Jiao (Lunge und Herz), sodass u.a. das Nähr-Ying-Qi gebildet wird. Es vermischt sich dort mit dem Qi der Lunge als Vorraussetzung daffir, dass Xue entstehen kann. Im Herzen wird es „rot gefärbt“ und erhält durch den Geist-Shen seinen individuellen Charakter. Porkert und Hempen (1997) bezeichnen Xue als „individualspezifische struktive Energie“ und verstehen es als den „struktiven Aspekt von Energie, mithin materialisierte, an Stoff, Säfte, Blut gebundene, in definierbaren Leitbahnen „sich bewegende Energie“ und als Komplementpartner zum Qi.

Blut und Qi gehören in der chinesischen Medizin zusammen, man kann sie nicht trennen. Im Huang Di Nei Jing wird oft Xue-Qi als ein Begriff beschrieben. Qi bewegt das Blut, aber Xue ist die Mutter des Qi, d.h., Blut produziert bzw. nährt das Qi und nährt und befeuchtet den Körper. Blut ist Essenz, konzentrierte „Energie“, und aus dem Blut wird Qi hergestellt. Qi ist wiederum der Kommandeur des Blutes, das es bewegt und umgibt. Das Blut wird vom Herzen dominiert und durch das Herz-Qi in den Blutgefäßen zirkuliert (vielmehr vom Sammel-Zong-Qi in Verbindung durch das Herz-Qi in den 

Blutgefäßen zirkuliert (vielmehr vom Sammel-Zong-Qi in Verbindung mit der Lunge), durch das Milz-Qi kontrolliert (die es in den Blutgefäßen hält) und durch die Leber gespeichert (die das Blutvolumen reguliert).

Nach Clavey (2004) ist es wichtig, sich bildlich vorzustellen, dass „die Lungen, die anatomisch gesehen das Herz umschließen, äquivalent sind mit jenem Qi, das die Gefäße, in welchen das Blut fließt, umgibt. Ein Teil der Körperflüssigkeiten Jin Ye geht zur Lunge, ein anderer Teil geht zum Herzen“ und „dass ein Teil der Jin Ye sich gemeinsam mit dem Qi außerhalb der Gefäße bewegt, ein anderer Teil aber in die Gefäße geht, wo er sich mit dem Blut vermischt und zu einem Teil von ihm wird. Das geht nicht nur in „Lunge“ und „Herz“ im oberen Jiao vor sich, sondern kann an jedem Ort des Körpers stattfinden, wenn sich dort die gleiche Konstellation findet, in der das „Blut“ vom „Qi“ umgeben wird“.

Im Huang Di Nei Jing Ling Shu (Kap. 71) wird beschrieben, dass das Nähr-Ying-Qi Jin- und Ye-Flüssigkeiten absondert, die sich in die Gefäße (Mai) ergießen und sich in Blut umwandeln. Somit entsteht Blut-Xue nicht nur im oberen Jiao, sondern kann überall in den Mai aus Nähr-Ying-Qi bzw. Körperflüssigkeiten Jin Ye entstehen.

Nach Maciocia (2008) umfasst das Blut-Xue folgende Aspekte und Funktionen: Blut entsteht im Herzen aus dem Nahrungs-Gu-Qi unter Einwirkung des Yuan-Qi.

Die Niere trägt durch das Mark und die Nieren-Essenz-Jing zur Blutbildung bei. Es nährt den Körper, zirkuliert mit dem Nähr-Ying-Qi, befeuchtet den Körper, beherbergt den Geist-Shen und bestimmt die Menstruation.

Beziehung zwischen Qi, Blut-Xue und Körperflüssigkeiten-Jin Ye

Qi und Blut-Xue:

• Qi in Relation zu Xue ist Yang zu Yin
• Qi ist der Kommandeur bzw. Meister des Blut-Xue
• wenn sich das Qi bewegt, dann folgt das Xue
• Xue ist die Mutter des Qi, sein Ernährer und Träger
• das Abwehr-Wei-Qi als ein Aspekt des Qi wärmt und schützt den Körper
• das Nähr-Ying-Qi als ein Aspekt des Xue ernährt und befeuchtet den Körper
• Krankheiten entstehen, wenn Blut und Qi in Disharmonie geraten

Qi und Körperflüssigkeiten-Jin Ye:

• Qi verteilt die Körperflüssigkeiten (Jin Ye), die wie Blut dem Yin-Aspekt des Körpers angehören
• zugleich sind die Jin Ye Träger verschiedener Ausdrucksformen von Qi

Beispiel:

• mit dem Schweiß zirkuliert das Abwehr-Wei-Qi
• bei unkontrolliertem Schwitzen vermindert sich auch das Abwehr-Wei-Qi

Blut-Xue und Körperflüssigkeiten-Jin Ye:

• sie entspringen dem Nähr-Ying-Qi und sind in vielen Aspekten nicht voneinander zu trennen
• zum einen helfen die Jin Ye, das Blut zu verdünnen, zum anderen ernährt das Blut-Xue dieselben
• beide gehören dem Yin-Aspekt des Körpers an
• Mangel des einen führt auf Dauer zwingend zum Mangel des anderen

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