Außerordentliche Fu-Organe (Qi Heng Zhi Fu)

Funktionen:

  • ausgehend von den anatomischen Gegebenheiten und um Unebenheiten in der Theorie auszuglätten postuliert die TCM sechs ausserordentliche Funktionskreise
  • faktisch nehmen diese eine Zwischenstellung ein
  • sie haben sowohl Yin- wie Yang-Anteile
  • chinesisch heisst das: Sie speichern Yin (Jing, Xue, Medulla), sind aber hohl
  • diese Aussage ist im westlichen Sinne nicht nachvollziehbar
  • für die TCM aber stellt beispielsweise das Hirn nur eine mit Medulla angefüllte Hülle dar
  • in diesem Sinne ist es hohl und die Definition präzise

Uterus (Ban Gong)

Der Uterus umfasst neben der eigentlichen Gebärmutter auch die Ovarien, die Tuben und die Zervix. Er wird von den außerordentlichen Gefäßen Ren Mai und Chong Mai durchzogen und reguliert mit ihnen Menstruation, Empfängnis und Schwangerschaft. Die Blutversorgung im Uterus ist an die Zang-Organe Herz (regiert das Blut und die Blutzirkulation), Leber (speichert das Blut) und Milz (Wurzel des Nachhimmels-Qi und Quelle von Qi und Blut) gekoppelt. Das Äquivalent des Mannes zum Uterus der Frau ist nach einigen Quellen das (untere) Dantian („Palast der Essenz“ oder „Rotes Feld“), wo Sperma gebildet und gespeichert wird.

Der Uterus steht über die Uterus-Netzgefäße (Ban Luo) in enger Verbindung mit den Nieren und über die Leitbahn (Ban Mai), die auch als ein Ast des Chong Mai angesehen wird, mit dem Herzen. Die öffnende und bewegende Funktion des Uterus, die z.B. bei der Menstruation und der Geburt zum Tragen kommt, ist eng mit Herz, Leber und Perikard (Jueyin) verbunden. Die schließende und (den Fetus) haltende Funktion ist v.a. mit den Nieren verbunden, die eng mit dem Tian Gui in Verbindung stehen. Des Weiteren hat der Uterus über den Chong Mai eine enge Beziehung mit dem Magen.

Gehirn (Nan), Synonym: "Marksee"

Nach dem Verständnis der chinesischen Medizin kontrolliert das Gehirn das Gedächtnis, die Konzentration und die Sinneswahrnehmungen wie Seh-, Hör- und Geruchsvermögen sowie den Tastsinn. Das Nieren-Jing erzeugt das Mark, das sich ansammelt, um das Gehirn und das Rückenmark anzufüllen.
Bezüglich seiner Ernährung ist das Gehirn aber auch vom 

Herzen abhängig, v.a. vom Herz-Blut. Jing und Herz-Blut müssen reichlich vorhanden sein, damit die Funktionen des Gehirns aufrechterhalten werden können. Das Gehirn kontrolliert Intelligenz und geistige Klarheit. Diese Funktionen werden auch dem Herzen und den in ihm beherbergten Geist-Shen zugeordnet.

Mark (Sui)

Das Mark wird von der Essenz-Jing der Niere erzeugt. Darüber hinaus spielt das Nach-Himmels-Qi eine Rolle bei seiner Bildung. Die Funktionen des Marks sind das Nähren und Füllen der Knochen. Es trägt (indirekt) über die Bildung des Knochenmarks zur Blutbildung bei und nährt das Gehirn.

Knochen (Gu)

Die Knochen zählen (funktionell) zu den Nieren und sind mit der Nieren-Essenz-Jing verbunden. Sie sind das strukturelle Gerüst des Körpers, die als Hohlräume das Mark speichern.

Blutgefäße (Xue Mai)

Die Blutgefäße enthalten Blut-Xue (wie ein Fu-Organ) und stehen in einer indirekten Beziehung zur Niere. Das Nieren-Jing erzeugt das Mark, das zur Blutbildung beiträgt, und das Yuan-Qi als dynamisierte Form der Essenz-Jing.
Es leistet durch seine Katalysator-Funktion einen Beitrag zur Umwandlung der Nahrungs-Essenzen (als Quelle für Qi und Blut). In erster Linie werden die Blutgefäße vom Herzen 

beeinflusst, welches das Blut und die Blutgefäße kontrolliert, aber auch von der Lunge, die alle Gefäße (und Leitbahnen) kontrolliert. Beide Organe stehen in engem Zusammenhang mit dem Sammel-Zong-Qi. Die Blutgefäße sind Transportwege für die Zirkulation von verfeinerten Nahrungsessenzen, Qi und Blut-Xue durch den ganzen Körper.

Gallenblase (Dan)

Die Gallenblase wird sowohl zu den Fu-Organen als auch zu den außerordentlichen Fu-Organen gezählt, weil sie Galle speichert und sezerniert, die nach Auffassung der chinesischen Medizin als eine „reine“ Flüssigkeit angesehen wird. Anders als 

die anderen „gewöhnlichen“ Fu-Organe kommt die Gallenblase selbst nicht in einen direkten Kontakt mit Nahrung, Getränken oder Abfallprodukten.

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